Wo das Wasser wirklich läuft

Trockene Kante handelt von der Abdichtung am Haus. Von flachen Dächern, von Terrassen und Balkonen, von Bädern und Nassräumen, von Sockeln und von den Stellen, an denen die Abdichtung an die Fassade stößt. Also von dem, was an einem Wohnhaus tatsächlich verbaut ist – nicht von dem, was auf einer Musterzeichnung ordentlich aussieht.

Wasser nimmt seinen Weg über die Fläche, aber dort bleibt es nicht. Es läuft zum Rand, in den Anschluss, in die Fuge, und von da aus weiter, dorthin, wo man es erst bemerkt, wenn es längst zu spät ist. Deshalb geht es auf dieser Seite um den Sd-Wert, um das Dehnvermögen und um die Haftung, um die Frage, welche Materialklasse auf welchen Untergrund gehört und welche Belastung sie aushalten muss – und um das, was die DIN 18531 und die DIN 18534 vom Aufbau verlangen.

Wer eine Abdichtung plant, fängt unten an: beim Untergrund. Danach kommen die Details und dann die Frage, in welcher Reihenfolge welche Schicht liegt. Am Ende steht nicht die Fertigstellung, sondern die Kontrolle, die Pflege und die Reparatur. Zu jedem dieser Schritte gehören die Bilder von Schäden, wie sie uns an unseren eigenen Häusern begegnet sind – dort lernt man am meisten.

Der Name Trockene Kante ist bewusst gewählt. Die Kante ist die Stelle, an der es auffällt, wenn etwas nicht stimmt: dort, wo die Fläche endet und der Anschluss beginnt. Eine Kante, die trocken bleibt, ist kein Zufall und kein Glück. Sie ist das Ergebnis einer Arbeit, die bis zum Rand mitgedacht wurde.

Wir nennen uns Zwei Schichten. Unter diesem Namen versammeln sich Hausbesitzer und Selbermacher, die an ihren eigenen Häusern schon einmal eine Abdichtung in zwei Lagen aufgebracht haben – Dichtschlämme, Flüssigkunststoff oder Bahnen. Manches davon hat gehalten, manches musste nachgebessert werden, und aus beidem ist etwas geworden, das sich weitergeben lässt.

Immer wieder zeigt sich nämlich: Die Mitte der Fläche ist selten das Problem. Es ist die zweite Lage, die Stelle also, an der zwei Schichten aufeinandertreffen und sauber miteinander verbunden sein müssen. Und es ist der Anschluss am Rand, an der Wand, an der Schwelle, an der Dachkante. Dort entscheidet sich, ob es dicht bleibt.

Wir sind keine Fachinstitution, keine Sachverständigen und keine Hersteller. Was hier steht, ersetzt keine Beratung vor Ort. Wer eine Abdichtung erneuert, tut gut daran, sich das Objekt anzusehen, bevor Material und Aufbau festgelegt werden. Diese Grenze kennen wir und halten uns daran – lieber sagen wir einmal zu oft, dass sich das jemand ansehen muss, als einmal zu wenig.

Was hier aufgeschrieben wird, stammt aus Erfahrung und Beobachtung: aus den Häusern, an denen wir selbst Hand angelegt haben, aus Beobachtungen, die sich über die Zeit gesammelt haben, und aus den Fragen, die in unserer Gemeinschaft immer wieder auftauchen. Es kommt nicht aus dem Katalog und nicht aus dem Prospekt.

Die einen haben eine Terrasse vor sich, die neu abgedichtet werden will. Bei den anderen steht ein Bad an, das saniert wird. Und wieder andere stehen zum ersten Mal vor der Frage, was sich unter ihren Fliesen eigentlich abspielt. Für alle diese Fälle ist diese Seite gedacht – für Hausbesitzer und Selbermacher, die es selbst angehen oder wenigstens mitreden wollen.

Wenn dir eine Frage unter den Nägeln brennt, wenn dir ein Schadensbild bekannt vorkommt oder wenn du etwas beitragen möchtest: Schreib an [email protected]. Am anderen Ende sitzen Leute, die dieselben Sachen an ihren eigenen Häusern durchgemacht haben. Und wenn wir etwas nicht beurteilen können, sagen wir das, statt eine Antwort zu erfinden, die am Ende teuer wird.

Wir freuen uns über jede Frage, die aus einem echten Haus kommt.

Zwei Schichten